Vorwort

© Christof Rieken © Peter Himsel

Liebe Leserinnen und Leser,

im Wahljahr 2017 widmete sich acatech auf der Festveranstaltung und vielen anderen Terminen innovationspolitischen Themen der anbrechenden Legislaturperiode. Deutschland muss ein innovatives Land sein und bleiben. Dabei werden partnerschaftliche Kooperationen immer wichtiger – die Zukunft ist ein Gemeinschaftswerk. „Die Politik muss Technologien fördern, die Probleme lösen, und gleichzeitig mögliche Risiken für Mensch und Natur und gesellschaftliche Kontroversen im Blick halten“, betonte Bundesminister a. D. Heinz Riesenhuber in seiner Festrede im Berliner Konzerthaus. „Dafür brauchen wir den Dialog von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften hat sich binnen weniger Jahre zu einer wichtigen Plattform für diesen Dialog entwickelt.“ Seine Rede ist uns ebenso ein großer Ansporn wie die erneute Übernahme der Schirmherrschaft über acatech durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Der Kooperation und dem offenen Dialog über Technologien haben wir uns auch 2017 verschrieben. In diesem Sinne nehmen wir unseren Auftrag der wissenschaftsbasierten Politik- und Gesellschaftsberatung wahr – unabhängig und gemeinwohlorientiert. Aber: Tut acatech die richtigen Dinge? Machen wir die richtigen Dinge richtig? Wird unser Rat gehört? Mit solchen Fragen hatten wir eine unabhängige, externe Gutachtergruppe betraut. Das Ergebnis wurde am 21. Februar vorgestellt. Das Fazit der Gutachtergruppe lautet: „Wenn es acatech nicht gäbe, man müsste es erfinden“. Insgesamt wurde die Arbeit von acatech als hervorragend bewertet. Die Themenwahl sei ausgezeichnet und von hoher Relevanz für die Gesellschaft. Die Arbeit von acatech sei von hoher Qualität. Es gelinge der Akademie, die Inhalte ihrer Arbeit gut zu vermitteln. Nachfrage und Beachtung von acatech seien daher sehr gut.

Die Gesellschaftsberatung stärken

Wir sind sehr stolz auf diese Bewertung, schauen aber umso genauer auf die Empfehlungen der Gutachter zur Weiterentwicklung der Akademie. Wir wollen die Ergebnisformate für Politik und Gesellschaft modernisieren, unsere eigenen Projektergebnisse und Empfehlungen stärker nachverfolgen und die Gesellschaftsberatung weiter stärken. Da diese empfohlenen Entwicklungen nur mit zusätzlichen Mitteln in der Grundfinanzierung zu erreichen sind, empfahl die Gutachtergruppe die Grundfinanzierung von acatech substanziell zu erhöhen.

Den Austausch mit der Gesellschaft baute acatech im Jahr 2017 weiter aus. Jeden ersten Dienstag im Monat laden wir Interessierte in das acatech Forum in München zur Diskussion mit Fachleuten über aktuelle Technologiethemen. In Projekte binden wir zivilgesellschaftliche Akteure in Form von Begleitkreisen ein. Über eine Kooperation mit dem neu geschaffenen Science Media Center unterstützt acatech Journalistinnen und Journalisten bei der Recherche von wissenschaftlich fundiertem Wissen. Durch gemeinsame Formate mit den Kirchen in Deutschland sowie Volkshochschulen in Bayern intensivieren wir den gesellschaftlichen Dialog in diesem Jahr.  

Es freut uns außerordentlich, dass die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) am 10. November 2017 entschieden hat, die strategische Entwicklung von acatech zu unterstützen. Ab 2018 erhöht die GWK die gemeinsame finanzielle Förderung von 2,5 Millionen Euro jährlich auf 3,75 Millionen Euro. Die Anhebung wurde ermöglicht durch einen zusätzlichen Finanzierungsbetrag des Freistaats Bayern in Höhe von 1,25 Millionen Euro jährlich. Das verstärkte Engagement der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz und die besondere Unterstützung unseres Sitzlandes Bayern sind ein wichtiges Signal für unsere Arbeit – wir haben viel vor in den kommenden Jahren.

acatech versteht sich als Arbeitsakademie, weniger als Gelehrtengesellschaft. Unsere Arbeit fußt auf dem Engagement von über 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die mit unzähligen weiteren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verbänden, NGOs und vielen mehr zusammenarbeiten. Im Jahr 2017 durften wir 26 neue Mitglieder begrüßen. Sie wurden auf der Mitgliederversammlung im Oktober aufgrund ihrer hervorragenden Leistungen in die Akademie gewählt und haben die Wahl angenommen.

Gut gerüstet starten wir somit 2018 in unser zehntes Jahr als Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Einen ganz besonderen Anteil hat daran Reinhard F. Hüttl. Er brachte acatech über zwei Amtszeiten hinweg als Präsident auf einen guten Kurs und übergab im Februar 2017 das Ruder. Wir sind sehr froh, dass er als Vizepräsident und internationaler Repräsentant der Akademie auf der Brücke bleibt.

München und Berlin im März 2018

Prof. Dr.-Ing. Dieter Spath
Präsident acatech

Prof. Dr. Henning Kagermann
Präsident acatech

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